Am 27./ 28. November fanden die diesjährigen Schweizer Einzelmeisterschaften statt. Vom Judo Club St. Gallen_Gossau hatten sich drei Athleten qualifiziert, Janik Fischer konnte jedoch nicht teilnehmen. Also reiste Regine mit einer kleinen Delegation, Shadee Bold und Spencer Reichardt als Teilnehmer und Ivan Matej Gjorgiev als Fanclub, nach Biel.

Stellten sich SJV-Organisation und Halle auch als schlecht bis katastrophal heraus, waren die Kämpfe hingegen umso spannender. Spencer Reichardt eröffnete die U18 in der Gewichtsklasse -45 kg mit fünf anderen Athleten im Poolsystem. Er konnte die ersten drei Kämpfe – teils souverän, teils erst im Golden Score – mit Ippon gewinnen und stand nun Thibaud Bassi (JC Morges) gegenüber. Der sehr ausgeglichene Kampf ging nach vier Minuten Kampfzeit ins Golden Score, wo Bassi innerhalb kürzester Zeit zwei Shido wegen Passivität kassierte, während Spencer konstant den Gegner unter Druck setzen konnte. Nach über acht Minuten Golden Score setzte Spencer seinen Spezialwurf Uchi-Mata an, der Gegner drehte weiter und beide Kämpfer landeten auf der Seite. Was nun folgte, waren endlos scheinende Kampfrichterdiskussionen unter Ansicht der Video-Mitschnitte, teilweise drängten sich sage und schreibe fünf Richter um den kleinen Monitor und entschieden nach langem Hin und Her schlussendlich für Thibaud Bassi. Sichtlich enttäuscht konnte Spencer seinen letzten Kampf gegen Trainingskollege Levin Bänninger ebenfalls im Golden Score für sich entscheiden und sich über Silbermedaille nicht ganz so sehr freuen wie erhofft. 

Shadee Bold startete samstags in der U18 und am Sonntag in der U21 jeweils -63kg und war sichtlich gewillt, nach einer eher knappen Qualifikation, ihr Bestes zu geben. In der U18 konnte sie den ersten Kampf gegen Sina Flubacher (JC Liestal) gewinnen, scheiterte dann jedoch im Viertelfinale an Silbermedaillengewinnerin Alysha Fuss (Nippon Bern) und in der Trostrunde an Annika Zünd (JJJC Weinfelden) und musste sich mit einem siebten Platz begnügen. In der U21 war der erste Kampf gegen die spätere Siegerin Marion Liengme (Ecole Judo Degallier) von kurzer Dauer, die Trostrunde stand an. In einem spannenden Kampf konnte Shadee die Gegnerin immer wieder unter Druck setzen und gewann im Golden Score schliesslich aufgrund der gegnerischen Strafen mit Ippon. Etwas überraschend ging es nun plötzlich um Bronze. Der Kampf verlief sehr spannend, kurz vor Schluss konnte die Gegnerin ihn jedoch für sich entscheiden, so dass Shadee mit einem sehr guten fünften Platz den Heimweg antreten konnte.

Herzliche Gratulation an beide Athleten zu dieser hervorragenden Leistung! Es wurde wieder einmal deutlich, dass sich das harte Training im Leistungszentrum durchaus auszahlt und dass man mit Geduld, Konzentration und gelegentlichen Uchi-Komi den langen Wartezeiten zwischen den Kämpfen und der Kälte der Tennishalle halbwegs sinnvoll trotzen kann.

02.12.2021/rg